Maria Fekter hat gesprochen: “Der Missbrauch von im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen verwendeten pyrotechnischen Gegenständen ist vielfältiger und gefährlicher geworden. In der vergangenen Fußballsaison gab es 324 Verstöße gegen das Pyrotechnikgesetz” Brav lässt sich die anwesende Journalisten-Schar die Beschwichtigungssätze der Innenministerin in die Aufnahmegeräte und Notizbücher diktieren. Aber genug vom Verlautbarungsjournalismus, der bis auf einen kritischen Kommentar von Ballesterer-Chefredakteur Reinhard Krennhuber in einhellige Jubel-Choräle über das reformierte Pyrotechnik-Gesetz ausbrach.
Wesentlicher Inhalt der Gesetzes-Novelle ist das Verbot von Pyrotechnik in (Fußball-)Stadien. Davon betroffen sind die bei Fans beliebten Rauchtöpfe sowie bengalische Feuer, deren Einsatz bei rechtzeitiger Anmeldung bei den Behörden bislang in vielen Stadien legal war. Begründet wird das nunmehrige Total-Verbot mit der Tatsache, dass gewalttätige Ausschreitungen in den letzten Jahren stark zugenommen haben sollen. Dass die Sicherheitskontrollen in Stadien seit der EURO 2008 ebenso massiv zugenommen haben und daraus als logische Folge mehr Anzeigen resultieren, bleibt ebenso unerwähnt wie der Erklärungsversuch, wo der Zusammenhang zwischen Gewalt und dem Einsatz von Pyrotechnik nun tatsächlich bestehe.
Mithilfe der österreichischen Bundesliga, die sich mit der Aktion „Welle gegen Gewalt“ dankbar als Steigbügelhalter der Politik missbrauchen lässt, soll die öffentliche Meinung auf die Seite der Reformer, namentlich Maria Fekter, gebracht werden. Das dürfte dank der bereits erwähnten Verlautbahrungs-Blätter auch schon gelungen sein. Die Fans hingegen tun lautstark ihren Unmut kund. Zuletzt gesehen beim 290. Wiener Derby, als die Rapid-Ultras und die Fanatics von Austria Wien in einer vermutlich abgesprochenen Aktion eine Reihe von Bengalen zündeten. Begleitet wurde die Aktion von einem Spruchband, auf dem „Mitzi, schau kurz weg“ zu lesen war.
Die rhetorisch grausame Innenministerin (Stichwort “Rehaugen“) hat also den Schritt gewagt, den Fußball endgültig auf die Erfordernisse eines totalitären Überwachungsstaates zu trimmen. Einhalt wird niemand gebieten, da der einzige Widerstand von der gesellschaftlich verachteten Gruppe der asozialen Randalierer, vulgo Fußball-Fans, kommt.
Der Sprung vom väterlichen Kieswerk in die Innenpolitik ist ein großer. Ein Sprung, der Frau Fekter bis heute nicht gelungen ist. Da kommen publikumswirksame Aktionen wie das Pyrotechnik-Verbot gerade recht, um dem von Provinz-Protektionismus geprägten Gesicht das passende Make-Up zu verpassen. Schließlich lässt es sich mit dem Image als “eiserne Lady“ besser regieren. Besser, als es der durch die Erfahrung als geschäftsführende Gesellschafterin einer Schottergrube beschränkte Horizont der “Schotter-Mitzi“ je für möglich erscheinen hätte lassen. Um es abschließend mit den Worten von Lukas Resetarits in einem aktuellen Interview mit dem Monatsmagazin “Wiener“ auszudrücken: “Was ist mit dieser Frau oder denen, die solchen Geistes sind – sind die nur deppert?“
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