Der österreichische Fußball-Fan ist bekanntlich durch und durch leidgeprüft, das ist nichts Neues. Da schwärmt man noch vor einem Monat von einem kommenden Rekord-Ablösesummen-Sommer 2009 – und wird nur kurz darauf wieder mit einem ungebremsten Matrosenköpfler vom Zehn-Meter-Brett auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Natürlich geht die Wechsel-Periode noch knappe zwei Monate – und in diesen wird auch so einiges passieren – aber wenn man so viele geplatzte Transfer-Blasen wie heuer erleben muss, dann ist das extremst bitter.
Marko Arnautovic, Marc Janko, Erwin Hoffer, Stefan Maierhofer, Paul Scharner, Rubin Okotie, Emanuel Pogatetz und schließlich auch Andreas Ivanschitz hätten durchaus das Potential und auch die Möglichkeiten (gehabt?) um zu beweisen, dass auch ein rot-weiß-roter Kicker einmal einen ordentlichen Batzen Geld kosten kann – und darum geht es leidergottes im heutigen Fußball. Das internationle Standing der Alpen-Fußballer muss endlich einmal gehoben werden. Was wäre als Statement dafür passender als eine richtige Transfer-Bombe, die dann beim künftigen Verein auch so richtig einschlägt.
Derzeit sieht’s alles andere als rosig aus. Die heimischen Top-Aktien wollen (teilweise) lieber im Europacup Erfolg haben – was den geneigten Fußball-Fan vor eine schwierige, aber schon viel diskutierte, Frage stellt: Liga oder Nationalteam? Wenn also zum Beispiel Red Bull Salzburg in der Europacup-Quali kläglich scheitert, stünde einem Janko-Wechsel rein theoretisch nichts mehr im Wege – was der ÖFB-Truppe in weiterer Folge wahrscheinlich entgegen kommen würde. Bei einem frühen Ausscheiden aller Klubs – so wie in den letzten Jahren – versinkt die Bundesliga aber endgültig im europäischen Niemandsland, da die tolle UEFA-Cup-Saison der Wiener Austria aus der Wertung fällt.
Idealfall wäre natürlich wenn einige heimische Stars um teures Geld verkauft würden, die Kohle direkt in Infrastruktur, Nachwuchs und Betreuung fließt UND die Klubs international Erfolg haben. Zwei Vereine in Europacup-Gruppenphasen wäre schon einmal ein Anfang. Man fängt also wieder an zum Träumen und klettert gleichzeitig auf den oben zitierten Sprungturm…
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